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Die wahre Bedeutung von Askese

Missverständnisse und falsche Auslegungen über Askese prägen die Jahrhunderte christlicher Tradition, insbesondere das Mönchswesen.
Seitdem die moderne psychologische Forschung einer Instanz des denkenden Geistes, dem sogenannten „Über-Ich“ eine scharfe Kontur verliehen hat, steht den Menschen des inneren Übungsweges auch ein schärferes Schwert des Unterscheidungsvermögens zur Verfügung, um falsche von wahrer Askese zu unterscheiden. Wahr ist, dass der asketische Weg eine Lehre zweier - zunächst ungeliebter - großer spiritueller Tugenden für den Schüler des Weges bereit hält: Der Verzicht und die Bereitschaft für das Alleinsein. Unglücklicherweise hat das „Über-Ich“ (ein Umerziehungssystem des denkenden Geistes,  in dem sich häufig ein strenger Erzieher und ein vergnügungssüchtiges Kind gegenüberstehen) die spirituelle Bedeutung dieser Tugenden so stark entfremdet, dass der nach innerer Freiheit dürstende Mensch sowohl Verzicht, als auch Alleinsein negativ behaftet hat. Diese negative Behaftung führt dazu, dass er diese Tugenden ablehnt oder sogar bekämpft. Doch „dieses Alleinsein ist nicht schmerzvolle, angsterfüllte Verlassenheit, es ist die Einsamkeit alles Lebendigen, sein unverdorbenes, reiches und ganzes Fürsichsein.“ (Jiddu Krishnamurti,"Leben!", S.19)
OM C. Parkin vermittelt Askese als wesentliche Disziplin des mittleren Weges:

„Askese beschreibt das beharrliche Gehen auf dem Weg der Mitte.
Die genaue Kenntnis der Verleitung zu Abwegen und ihr konsequenter Verzicht,
sowie die unbeirrbare Entschlossenheit im Herzen verleihen dem Schüler
die natürliche Disziplin, diesen Weg der Mitte nicht zu verlassen."

 

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